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Zwischen Hipster und Hochkultur: 15 Insider-Tipps für Weimar

Weimar ist dank Deutschunterricht jedem ein Begriff, doch wer denkt, dass es in der geschichtsträchtigsten Stadt Thüringens nur um alte Klassiker geht, der irrt sich: Beim Citytrip in Weimar begegnet man zwar Johann Wolfgang von Goethe an allen Ecken, entdeckt aber auch Highlights abseits von Bühnen, Büchern und Bibliotheken. 15 Insider-Tipps für Weimar – kulturell, kulinarisch und manchmal auch komisch.

Insider-Tipps für Weimar:

1. Über die historischen Gebäude am Marktplatz in Weimar staunen

Keine Frage: Weimar ist klein. Doch wo andere Städte mit gerade mal 65.000 Einwohnern vielleicht nur wenige Highlights zu bieten haben, weiß man bei Weimar nicht, welche Geschichte man sich zuerst anhören sollte. Die kleine Stadt im Herzen des Freistaats Thüringen gilt geschichtlich und kulturell gesehen als einer der wichtigsten Orte in ganz Deutschland – und das aus gutem Grund. Goethe, Schiller, Bach, Liszt, Herder – die Liste der deutscher Dichter und Denker, der Künstler und Kreativen, die in Weimar lebten und arbeiteten, ist lang.

Zwischen Hipster und Hochkultur: 15 Insider-Tipps für Weimar

Die Stadt selbst ist überschaubar und gemütlich. Zentrum gibt es nicht wirklich eines, da alles fußläufig gut zu erreichen ist. Das Herz der Stadt ist der Marktplatz, auf dem das Rathaus und vor allem das farbenfrohen Cranach-Haus ins Auge stechen. Das mit Säulen, Muschelnischen und Rundbogen-Ornamenten reich verzierte Haus ist ein denkmalgeschützter Renaissance-Bau, der von 1547 bis 1549 errichtet wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt und später originalgetreu wiederaufgebaut. Der Marktplatz in Weimar ist seit ca. 1300 einer der wichtigsten öffentlichen Räume von Weimar und steht mit seinen Renaissance-Bauten auch auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

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Neben dem Cranach-Haus ist auch das „Hotel Elephant“ (Markt 19) geschichtsträchtig. Im Jahr 1696 als Wirtshaus eröffnet, war das Haus Treffpunkt von Größen wie Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Franz Liszt und Richard Wagner. Und Thomas Mann verewigte das Hotel in seinem Roman „Lotte in Weimar“, indem er Goethes Jugendliebe hier übernachten ließ.

Insider-Tipps für Weimar:

2. Sich in der Altstadt von Weimar verlaufen

Die schönste Art, Weimar kennenzulernen, ist keinem Plan zu folgen, sondern einfach nur durch die Stadt zu schlendern. Nur dann landet man in einer engen, kleinen Gasse mit malerischen, in Pastellfarben gestrichenen Häusern und entwischt den vielen Touristen, die auf dem Marktplatz Fotos machen. Und nur dann entdeckt man jene Seiten der Stadt, die nichts mit den Klassikern der Vergangenheit zu tun haben. Bunte Graffitis auf der einen Seite, Hipster-Cafés auf der anderen. Denn Weimar ist längst mehr als seine großen Namen von einst.

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Die Stadt mag klein sein, hat sein Klassiker-Image aber längst ergänzt durch einen lässigen Lifestyle, den man zwischen den historischen Bauten entdeckt. Die Mehrheit der Wohn­häuser im Stadtkern gehören nämlich zur historischen Substanz und sind aufwendig saniert. Der älteste Siedlungskern Weimars ist übrigens der Bereich zwischen Graben, Schillerstraße und Stadtschloss.

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Insider-Tipps für Weimar

3. Das Goethe-Haus in Weimar besuchen

Schuld war Herzog Carl August von Sachsen-Weimar. Der war ein Fan von Johann Wolfgang von Goethe – und holte den Frankfurter Dichter an den Weimarer Hof. Obwohl Goethe acht Jahre älter war als der damals 17-jährige Herzog, wurden die beiden Freunde. Vor allem Goethe profitierte von der Verbindung: Der Herzog besorgte ihm nicht nur hohe Regierungsämter und einen kaiserlichen Adelsbrief, sondern auch ein Haus. Direkt am historischen Frauenplan in Weimar, auf dem schönsten Platz der Stadt.

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Wo heute Touristen über malerische Fachwerkshäuser staunen, lebte Goethe 50 Jahre lang. Das „Goethe-Nationalmuseum“ (Frauenplan 1, Eintritt: € 12,50) zeigt nicht nur einen Überblick über Leben und Werk von Goethe, das Ticket beinhaltet auch den Besuch des Wohnhauses. In 18 Räumen staunt man über originale Möbel und persönliche Erinnerungsgegenstände und hat das Gefühl, eine Zeitreise zu machen. Kein Wunder, dass das Museum seit 1998 zum UNESCO-Welterbe gehört.

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4. Das Schiller-Haus in Weimar anschauen

Friedrich Schiller steht oft im Schatten von Johann Wolfgang von Goethe, das war früher genauso wie heute. In Thüringen entdeckt man Schiller vorwiegend in Jena, aber auch in Weimar hat der Dichterfürst seine Spuren hinterlassen – seinem Kumpel Goethe sei Dank. Das Schillerhaus Weimar (auch bekannt als Schillers Wohnhaus) ist ein von der Klassik Stiftung Weimar betriebenes Museum im früheren Wohnhaus von Friedrich Schiller (Schillerstraße 12, Eintritt: € 8), es gehört auch seit 1998 zum UNESCO-Welterbe.

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Schiller erwarb das 1777 erbaute Wohnhaus im Jahr 1802 für sich und seine Familie. Er musste sich hoch verschulden, um den geforderten Kaufbetrag aufzubringen. Die Familie bewohnte das Haus bis zum Tod Charlotte von Schillers 1826. 1847 gelangte es in städtischen Besitz und wurde noch im gleichen Jahr zur ersten öffentlich zugänglichen Memorialstätte eines Dichters in Deutschland.

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5. In der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar staunen

Dass Weimar zur Stadt der Bücher wurde, haben wir nicht Goethe zu verdanken. Schon lange, bevor er nach Thüringen kam, gab es eine Bibliothek: 1691 wurde die Herzogliche Bibliothek gegründet, als Herzog Wilhelm Ernst seine 1.400 Bücher der Öffentlichkeit zugänglich machte. Eine Förderin war Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach – und keine Geringere als die Mutter von Herzog Carl August. Der brachte wieder Goethe ins Spiel und machte ihn zur Oberaufsicht der Bibliothek. Goethe übernahm 1797 – und führte sie zu einer der bedeutendsten Bibliotheken Deutschlands zu jener Zeit.

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Ob Bücher, Kunstwerke oder Musikalien: Rund eine Millionen Einheiten gehören zum Bibliotheksbestand. 1991 wurde die Bibliothek in „Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek“ (Platz der Demokratie 1, Eintritt: € 8) umbenannt. Vor allem der Rokokosaal ist ein Traum: Der Raum ist oval und geht über drei Etagen. Damit den Büchern nichts passiert und kein Straßenstaub in den Raum kommt, bekommt man vor dem Reingehen Filzpatschen zum Anziehen. Geht man dann durch den Raum und zwischen den Regalen, bewegt man sich nahezu lautlos und hat das Gefühl, alleine zu sein mit den Büchern. Das kann auch an dem ehrfürchtigen Staunen liegen, das man empfindet, schließlich gibt es hier Schätze wie die erste Gesamtausgabe der Lutherschen Bibelübersetzung oder die weltweit größte Faust-Sammlung zu sehen. Zwischen Hipster und Hochkultur: 15 Insider-Tipps für Weimar

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6. Die Geschichte des Bauhaus-Stils in Weimar entdecken

Abseits von Goethe und Co war es auch Walter Gropius, der Weimar berühmt machte. Er kreierte vor 100 Jahren den Bauhau-Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Die Universität in Weimar war 1919 der Gründungsort des Bauhauses; heute zählt es zum UNESCO-Welterbe „Das Bauhaus und seine Stätten in Dessau und Weimar“. 2019 wird das Jubiläum groß gefeiert: Das neue „bauhaus museum“ (Stéphane-Hessel-Platz 1) wird am 6. April eröffnet und Besuchern erstmals die ganze Bandbreite der weltweit ältesten Bauhaus-Kollektion zeigen.

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Wer Bauhaus wirklich erleben will, sollte zum „Schüler“ werden: bei den Architektur-Walks mit Bauhaus-Studenten (im Innenhof des Hauptgebäudes Geschwister-Scholl-Straße 6a). Die angehenden Architekten, Bauingenieure und Künstler führen Besucher über den Campus und geben ihre Sicht auf den „Bauhaus-Spirit“ ehrlich und ungefiltert weiter. Die Route führt durch das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität, zum Ilmpark mit dem Tempelherrenhaus und zum „Musterhaus“ des Bauhauses, dem Haus Am Horn.

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7. Im Bauhaus.Atelier Kaffee trinken oder shoppen

Ob beim Start oder am Ende: Pflichttermin vor oder nach dem Architektur-Walk ist auf jeden Fall beim „Bauhaus.Atelier“  (Geschwister-Scholl-Straße 8) im Innenhof des Hauptgebäudes. Unter einem üppigen Glasdach riecht es nach Kaffee und Kuchen; grasgrüne Sessel stehen um Tische und Regale, die mit Büchern und kleinen Designobjekte dekoriert sind – alle von Studierenden der Hochschule entworfen.

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Wer hier zwischen Studenten seinen Kaffee trinkt, fühlt sich wie einst an der Uni und spürt ihn schon wieder, den „Bauhaus-Spirit“, genauso ein paar Schritte vom Campus entfernt in der Mensa im Park. Als Gastesser kann man inmitten der Bauhaus-Studenten zu Mittag essen. Das Tolle: Was hier verkauft wird, stammt von Künstlern aus Weimar oder direkt von den Studenten der Bauhaus-Uni. Besonders cool und authentisch: der Bratwurst-Schmuck.

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8. Kaffee und Kuchen genießen in einem der Cafés in Weimar

Spießige Klassik-Cafés? Von wegen! In Weimar geht alles – von pfiefig und fein bis hin zu hip und lässig. Ganz vorne spielt das „Cafe Wünsch dir was“ (Kaufstraße 20) mit. Das Café, das in einer ehemaligen Drogerie errichtet wurde, bezaubert mit wandhohen Apothekerschränke und unzähligen Schubladen genauso wie mit Tischen, von denen keiner dem anderen gleicht. Schön sind auch die Frühstücksgerichte, zum Beispiel „Goldtopf – Ich wünsche mir einen Schatz in meinem Frühstück zu finden” (ein in einem Brötchen gebackenes Ei mit Parmesan, Crème Fraîche und Tomatensalat sowie einen Saft) oder „Sonnenschein – Mit Sonnenschein wünsche ich mir, in den Tag zu gehen“ (Spiegelei mit Toast bedeckt, ein kleiner Obstsalat und ein Glas Orangensaft).

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Das „Café am Frauentor“ (Schillerstraße 2) ist der perfekte Ort, um die besten Torten der Stadt zu kosten und Leute zu treffen. Täglich werden ganze 18 Sorten gebacken! Ein Klassiker ist auch das Frühstück im „Resi“, dem „Residenz-Café“ (Grüner Markt 4). Das mehr als 170 Jahre alte Kaffeehaus liegt direkt an der Weimarer Residenz und ist das älteste noch bestehende der Stadt. Im „CaféLaden“ (Karlstraße 8) gibt’s großartigen Kaffee und Schokoladen, Pralinen und ein paar Wohnaccessoires zu kaufen,einen super Mittagstisch entdeckt man im „Gretchens“ (Seifengasse 8), und bei schlechtem oder kaltem Wetter ist der „Bäcker Rose“ (Herderplatz 15) eine prima Wahl. Zwischen Hipster und Hochkultur: 15 Insider-Tipps für Weimar

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9. Ein Goethe-Menü in Weimar essen

Essen auf den Spuren von Goethe? In Weimar ist das möglich. Dank eines Kochbuchs von seiner Großmutter Anna Margaretha Justine Lindheimerin wurden seine Leibspeisen rekonstruiert. Die Weimarer Foodbloggerin Petra Hermann nahm sich die Originalunterlagen vor – und schuf ein Menü, das man sich tatsächlich an einem Abend im Jahr 1810 gut vorstellen kann – und in mehreren Restaurants in Thüringen aufgetischt wird.

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Seine Leibspeisen? Unter anderem Sardellensalat, der beim Goethe-Menü natürlich dabei ist und auf geröstetem Graubrot an Rote-Bete-Creme serviert wird. Außerdem gibt es Brühe vom Kalb mit Pastetlein, Wildbret mit Morchelsoße an Franken-Knöpflein und Nonnen fürtz an Weinschaum, Apfelcreme und schwarzen Nüssen. Die Nachspeise mit dem wohl lustigsten Name für ein Dessert in ganz Thüringen ist übrigens nichts Anstößiges, sondern nur ein mittelalterlicher Ausdruck für ein süßes „Meisterwerk der Nonnen“. Im Restaurant „Der weiße Schwan“ (Frauentorstraße 23) steht „Goethes Lieblingsgericht“ auf der Karte: gekochtes Rindfleisch, dazu gibt es grüne Soße, Dillkartoffeln und Rote-Bete-Salat. Goethe selbst wohnte nebenan und aß oft hier. Ein Goethe-Menü gibt es auch im „Alt Weimar“ (Prellerstraße 2). Hier schmaust man Sardellensalat, Fleischbrühe mit Pasteten, Wildbraten mit Morchelsoße und Fränkischen Knöpflein und das Dessert Nonnen fürtz.

Insider-Tipps für Weimar

10. In einem der vielen Restaurants in Weimar schlemmen

In Sachen Restaurants in Weimar ist so gut wie alles möglich – von Traditionen bis hin zu Trends. Besonders hip ist „Fritz Mitte“ (Schützengasse 8), die eigentlich in Jena zu Hause sind, aber auch in Weimar eine Filiale führen. Hier isst man die besten Pommes in ganz Thüringen mit den kreativsten und leckersten Dips, zum Beispiel Trüffelmayo.

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Wer es richtig traditionell und vor allem urig mag, sollte zur „Scharfen Ecke“ (Eisfeld 2) schauen. Hier gibt es angeblich die besten Klöße Thüringens. Schicker, aber mindestens genauso lecker geht es im Restaurant „Anno 1900“ (Geleitstraße 12a) zu; hier wird die Thüringer Küche veredelt, im Sommer gibt`s außerdem einen Biergarten.

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Beim Feiern sollte man sich an den vielen Studenten orientieren, los ist immer etwas in Weimar. Beliebt ist zum Beispiel der „Salon Konetzny“ (Humboldtstraße 18), eine kleine gemütliche Kneipe. Als Geheimtipp gelten die hausgemachten Pelmenis. Richtig schräg soll es indes im Studentenclub „Kasseturm“ (Goetheplatz 10) zugehen. Der Kasseturm ist ein ehemaliger Turm der Stadtmauer von Weimar, der um das Jahr 1500 errichtet wurde und heute als Studentenclub dient.

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11. Einen Abend im Deutschen Nationaltheater in Weimar verbringen

Was Goethe schrieb, das landete auf der Bühne. Ein Theater, das untrennbar mit dem Dichterfürsten verbunden ist, ist das „Deutsche Nationaltheater“ (Theaterplatz 2). Zwar wurde in Thüringen lange vor der Eröffnung Theater gespielt, doch mit dem Start des Nationaltheaters schrieb Weimar Geschichte – erneut dank Goethe. Der übernahm von Anfang an die Leitung. Unter seiner Intendanz wurden 4.806 Vorstellungen gespielt. Und weil er auch seinen Freund Friedrich Schiller ans Theater holte, steht noch heute vor dem Haus ein Goethe- und Schiller-Denkmal, das zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist. Das „Deutsche Nationaltheater“ inszeniert in der Spielzeit 2018/2019 neben dem „Faust“ Klassiker wie „Nathan der Weise“ von Lessing und „Der zerbrochene Krug“ von Kleist.

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Tipp: Im „Goethe- und Schiller-Archiv“ (Jenaerstraße 1, Eintritt frei) kann man der Geschichte der zwei Dichterfürste nachgehen und unter anderem die Original-Handschriften von Goethes „Faust“ und Schillers „Demetrius“ besichtigen. Ursprünglich von Großherzogin Sophie als Goethe-Archiv gegründet, wurde es 1889 mit dem Schiller-Nachlass vereinigt. Heute gibt es hier 140 Archivbestände, hauptsächlich Nachlässe und Familienarchive von Schriftstellern, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern, neben Goethe und Schiller auch von Wieland, Herder, Büchner, Liszt oder Nietzsche.

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12. Goethes Gartenhaus in Weimar anschauen

Als Goethe 1775 von Frankfurt nach Weimar kam, zog er zwar in das Haus am Frauenplan, vermisste aber die Natur. Als er im Park am Ilmhang nicht weit vom Zentrum ein Gartenhaus entdeckte, hatte er seinen Zweitwohnsitz für sich entdeckt und konnte es dank erneuter Förderung seines Freundes, dem Herzog Carl August, 1776 auch kaufen.

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Der Park an der Ilm bzw. der Ilmpark ist ein 1,6 Kilometer langer und 300 Meter breiter Park östlich der Altstadt. Goethe höchstpersönlich war an der Planung und Gestaltung der Parkanlage beteiligt. Im berühmten Gartenhaus brachte Goethe auch seine romantischsten Worte zu Papier, die sich alle an seine Muse Charlotte von Stein richteten. Heute sind insgesamt rund 1.770 Briefe und Zettelchen überliefert. Ganzjährig touren viele Touristen zum Park, schlendern durch die Anlage und besuchen natürlich „Goethes Gartenhaus“ (Park an der Ilm, Eintritt: € 6,50).

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13. Den Historischen Friedhof Weimar besuchen

Einer der meist besuchten Friedhöfe Deutschlands ist der Historische Friedhof Weimar, der südlich der Altstadt liegt. Grund dafür ist die Weimarer Fürstengruft mit den Särgen von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, aber auch die Orthodoxe Kirche mit der Grabstätte der Zarentochter und Erzherzogin Maria Pawlowna.

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Man kann sich auch auf die Spuren jener Frau begeben, die Goethe sein Leben lang begleitete: Charlotte von Stein. Sie starb 1827 in Weimar und wurde auf dem Historischen Friedhof beerdigt – natürlich begleitet von Worten ihres Bewunderers. Auf ihrem Grabstein steht ein Vers, mit dem Goethe sich von seiner Muse verabschiedete: „Du versuchst, oh Sonne, vergebens / Durch die düsteren Wolken zu scheinen! / Der ganze Gewinn meines Lebens / Ist, ihren Verlust zu beweinen“.

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14. Die kreative Shopping-Szene in Weimar entdecken

Weimar mag klein sein, die Shopping-Szene kann sich aber sehen lassen. Die Dichte der Künstler und Kreativen ist groß, deshalb boomen auch kleine, individuelle Läden, in denen man spannende Einzelstücke kaufen kann. Zum Beispiel in den hübschen Hutladen „Die Zwillingsnadeln“ (Windischenstraße 29) von Claudia Köcher. Seit 2007 entwirft sie Hüte, ihr Label gründete sie 2010. Wichtig sind ihr gute Materialien und eine solide Verarbeitung, denn ihre Stücke sollen lange halten. Deshalb ist auch alles handgemacht. Der Shop erinnert an eine Boutique in Paris, genau wie viele ihre Modelle.

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Mindestens genauso hübsch ist der Laden von der Goldschmiedin und Illustratorin Jessica Herber. In der „Stadtelster“ (Geleitstraße 8-12) verkauft sie ihren individuellen Schmuck und wunderhübsche Illustrationen. Franziska Spindler sucht indes in ihrer Boutique „Lieblingsstücke“ (Vorwerksgasse 9) sprichwörtlich ihre liebsten Stücke zusammen für ihre Kundinnen, zum Beispiel die Klamotten der dänischen Firmen Brandtex oder Kaffe & Cream.

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Interiordesign und einige Stücke von Absolventen der Bauhaus Universität Weimar entdeckt man in dem Laden „Design We Love“ (Schützengasse 6), faire Mode, Upcycling-Accessoires und und nachhaltige Produkte von jungen Designern aus Thüringen im „Schauschau“ (Teichgasse 4). Und wer sich einen Klassiker von Goethe mit nach Hause nehmen möchte, sollte unbedingt in die „Eckermann Buchhandlung“ (Marktstraße 2) gehen.

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15. Lässige Mitbringsel in Weimar shoppen

Damit der Abschied von Weimar leichter fällt, braucht es ein paar hübsche Andenken. Die sind in Weimar besonders humorvoll, zum Beispiel in Form von Salz- und Pfefferstreuer als Schiller- und Goethebüsten oder einer Tasse mit den Gesichtern der Dichterfürste. Die kreativsten Souvenirs ergattert man im „Weimar Haus Shop“ (Schillerstraße 16). Oder aber man kauft einen Ginkotee im „Ginkgo Shop“ (Windischenstraße 1). Die Pflanze wurde durch Goethes Gedicht „Ginkgo biloba“ zum Klassiker, das er 1819 in der Sammlung „West-östlicher Diwan“ veröffentlichte.

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Das lustigste Mitbringsel ist jedoch eine Playmobil-Figur von Goethe: Die gibt es nur in Thüringen zu kaufen, denn der Erfinder der berühmten kleinen Figuren, Hans Beck, stammte aus Greiz. Kaufen kann man die Sonderreihe „Playmobil-Persönlichkeiten“ in der „Tourist Information Weimar“ (Markt 10), wo es noch mehr tolle Souvenirs gibt – von Thüringer Würsten und Senf bis hin zu Stücken von lokalen Kreativen.

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Offenlegung & Infos

Die Thüringer Tourismus GmbH  hat mich eingeladen, nach Thüringen zu reisen und ich konnte mir neben Weimar auch noch Erfurt und Jena anschauen. Meine Reportage wurde im Bahnreiseblog der ÖBB veröffentlicht.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise / Ortsnennung und Verlinkung)

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Ein Kommentar

  1. Karin Fiessler Karin Fiessler

    Hallo Kosmopoetin,
    ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen bei der Beschreibung des historischen Friedhofs: der Spruch von Goethe befindet sich nicht auf der Grabstätte von Frau vom Stein, sondern auf dem Grabstein von Christiane von Goethe, geb. Vulpius auf dem Jakobskirchhof.

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