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Rekorde in Dubai: Großspurige Glitzerwelt im Sand

Eine Skipiste in der Wüste, der teuerste Cocktail der Welt und bald der erste klimatisierte Strand: In Dubai gibt es nichts, das es nicht gibt! Die Millionenmetropole am Persischen Golf versucht fast schon trotzig und protzig, einen Weltrekord nach dem anderen in die Vereinigten Arabischen Emirate zu holen. Diese trudeln genauso ein wie Touristen – die manchmal wie bei einer Fata Morgana zweimal hinschauen müssen, um zu prüfen, ob diese Glitzerwelt im Sand tatsächlich real ist.

Gerne erzählt man sich Geschichten darüber, wie Gäste erblassen, wenn sie in der Skyview Bar im berühmten Hotel Burj Al Arab (Jumeirah Beach Road) in Dubai die Getränkekarte studieren. Diese Blässe entsteht nicht wegen der Höhe von 321 Metern, sondern wegen fünf Ziffern: 27.321. Der teuerste Cocktail, der hier je auf der Karte stand, kostet nämlich 27.321 Dirham. Umgerechnet sind das ca. € 6.967, bei zwei Cocktails und einem Trinkgeld von 10 % geht’s also um € 14.000, die man hinblättert. Erblassen ist bei diesem Preis daher inkludiert.

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand

Dubai polarisiert gerne – und ist erfinderisch darin, seine Gäste zu beeindrucken. Was den Preis rechtfertigt? In Anlehnung an den Cocktail Old Fashioned wurden ein 55 Jahre alter Whiskey, Dried Fruit Bitter und Maracujazucker gemixt, dazu gab es Eiswürfel aus dem Wasser der Macallan Distillerie, die täglich von Schottland eingeflogen wurden, und zum Umrühren einen Stab aus dem Holz eines originalen Macallan-Sherry-Fasses. Serviert wurde der Drink in einem Glas aus Baccarat-Kristall mit 18-karätiger Goldverzierung und BurjAl Arab-Gravur, das man in einer Lederbox mit nach Hause nehmen durfte. Die Zahl 27.321 war übrigens nicht willkürlich gewählt: Die ersten zwei Ziffern standen für den 27. Stock, in dem sich die Bar befindet, die letzten drei für die Höhe der edlen Location – auf 321 Metern. 2009 gab’s einen Guinness World Record-Eintrag – für den teuersten Cocktail der Welt.

Dubai: Burj Khalifa & Jumeirah Beach

Der Burj Al Arab ist sicher kein Ort, den Normalsterbliche besuchen. Das 7-Stern-Hotel ist denjenigen vorbehalten, die ohne mit der Wimper zu zucken € 14.000 für zwei Cocktails bezahlen, also Millionären und Stars. Die Promidichte ist hoch, wer allerdings denkt, dass nur alteingesessene Hollywoodstars einchecken, irrt sich: Kendall Jenner, Gigi Hadid und Selena Gomez waren auch schon da. Wer sich den teuren Besuch lieber verkneift, kann sich den Luxuskasten aus der Ferne anschauen, und zwar vom Jumairah Open Beach (Eintritt frei; Liegestuhl etwa AED 15, ca. € 3,90; Schirm etwa AED 10, ca. € 2,50), der mit seinem glasklaren Wasser und dem schneeweißen Sand in der Karibik sein könnte. Hier gehen sogar manchmal Kamele spazieren. Einen bezahlbareren Cocktail with a view gibt es in der 360 Bar im Jumeirah Beach Hotel (Jumeira Road), angeblich der Place to be, um den Sonnenuntergang anzuschauen.

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
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Da in Dubai zwölf Monate lang die Sonne scheint, es in den Sommermonaten bis zu 50 Grad haben kann und der Persische Golf nicht tief ist, hat das Wasser im Sommer bis zu 35 Grad und in den Wintermonaten noch immer angenehme 24 Grad. Kein Wunder, dass Dubai als ideale Winterflucht gilt und viele vom Schnee zu den Traumstränden unter der Sonne Arabiens flüchten. Dennoch muss man sich klar darüber sein, dass man sich in einem anderen Land mit einer anderen Kultur befindet. Dubai ist zwar eine moderne Stadt, die Emirati, wie man die Einheimischen nennt, pflegen aber ihre Traditionen und leben nach dem Islam, der für sie nicht nur Religion, sondern auch Lebensart und Verhaltenskodex ist. Respekt sollte man auch als Tourist haben. Am wichtigsten ist es, Schultern und Knie nicht zu zeigen und auf Hotpants und Tank-Tops zu verzichten.

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
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Trotz hoher Temperaturen wäre das ohnehin keine gute Kleiderwahl, da alle Gebäude auf ca. 15 Grad gekühlt sind. Ansonsten gilt: Keine muslimische Frau anstarren oder fotografieren, zur Begrüßung nicht die Hand anbieten, da man mit Kopfnicken grüßt, kein Küssen und kein Alkohol in der Öffentlichkeit. Und bitte keinem Emirati ein Kompliment machen: Den heimischen Regeln nach muss er dann das Objekt verschenken – auch wenn es sich um einen Porsche handelt! Denn Geld scheinen die meisten Emirati zu haben, sofern man den Familien glauben will, die abends an der Promenade in der Dubai Marina flanieren und Ray-Ban-Brillen, Gucci-Taschen oder Nike Air Max zu ihren traditionellen Klamotten tragen: Männer ziehen ein knöchellanges Gewand aus weißer Baumwolle an, eine Dischdascha, Frauen verdecken ihre Kleidung mit einer schwarzen Abaya, das Haar wird von einer Gishwa verhüllt. Abends lohnt sich auch ein Besuch von Downtown Dubai, wo die Skyscrapper in allen Farben funkeln.

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Dubai: Mall of Emirates & Dubai Mall

Vor allem in den vielen Malls – fast 100 davon gibt’s in Dubai! – sieht man oft und gerne Emirati-Familien beim Shoppen. Denn das kann man in Dubai ziemlich gut, und die Malls sind nicht nur Einkaufszentren, sondern gigantische Gebäudekomplexe. In den Malls gibt’s einige Rekorde zu bestaunen: Wo einst Wüste war, sieht man heute in der Mall of Emirates (Al Barsha 1) eine gigantische Skihalle, in der Dubai Mall (Financial Centre Road) kann man 33.000 Seetiere bewundern oder an Geldautomaten Goldbarren abheben – und die sich in Bau befindliche Mall of Arabia soll ohnehin alles toppen, wenn sie 2026 angeblich fertig wird. Mit etwa 1.400 Geschäften auf ca. 1,8 Millionen m² Gesamtfläche soll die Mall das größte Einkaufszentrum der Welt werden.

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
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Übrigens, wer schon in der Dubai Mall ist, muss unbedingt auf den Burj Khalifa (1 Sheikh Mohammed bin Rashid Boulvevard), den nächsten Rekord: Mit 829,8 Metern ist er das höchste Bauwerk der Welt! Wichtig: Vorab Tickets besorgen: Wer über burjkhalifa.ae bucht, zahlt AED 100 (ca. € 24); wer sich nicht anmeldet, muss AED 400 (ca. € 102) hinblättern! Der Blick ist spektakulär – doch die Highlights gehen auch am Boden weiter: Zu Füßen des Burj Khalifa liegt der Dubai Fountain – Achtung, wieder ein Rekord: das größte Wasserspiel der Welt. Die Show ist kostenlos und findet ab 18 Uhr alle 30 Minuten statt!

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
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Eine ganz andere Mall liegt unmittelbar um die Ecke: Wie in 1001 Nacht fühlt man sich im Souk Al Bahar (1 Sheikh Mohammed bin Rashid Boulevard), einer Mall in arabischer Architektur mit rund 100 Shops. Tipp: Lokale Produkte im Bateel Shop shoppen. Angeblich gibt es hier die besten Datteln der Stadt. Und: Seit 2018 stehen ganz in der Nähe am Burj Plaza die Wings of Mexico. Posiert man davor, sieht es so aus, als stünde man mit ausgebreiteten Flügeln vor dem Burj Khalifa. 

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Dubai: Design District Dubai

Doch es sind nicht nur die Malls, die einen zum Shoppen locken, Dubai hat auch jede Menge kleine Designer und Künstler, die etwas auf dem Kasten haben. Viele davon entdeckt man beim Ripe Food & Craft Market, der unter der Patronanz von Dubais Kronprinzessin Sheikh Hamdan Bin Mohammed Bin Rashid Al Maktoum regelmäßig in Dubai und Abu Dhabi stattfindet und den Fokus auf lokale, handgemachte und oft nachhaltige Produkte legt. Ein anderes heißes Pflaster in Sachen Design findet man an der Unnamed Road: D3 heißt der neue Design District Dubai, ein Areal für Designer und Künstler mit Co-Working-Plätzen, Studios, Pop-up-Shops und Galerien. Nach dem Vorbild von Shoreditch in London und dem Meatpacking District in New York haben Kreative im D3 ihre Heimat. Im Oktober 2015 fand hier auch die erste Dubai Fashion Week statt.

Dubai, Stadt der Superlative: Großspurige Glitzerwelt im Sand
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Die Möglichkeit für all die Rekorde verdankt Dubai übrigens nicht nur dem Öl-Boom der 60er-Jahre, sondern auch Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum: Herrscher des Emirats Dubai, Premierminister, Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der VAE – und ein Mann mit einem Faible für Prestigeobjekte. Auf seine Anregung hin wurde vor 30 Jahren Emirates Airline gegründet, Gebäude wie der Burj Al Arab und der Burj Khalifa ebenso realisiert wie die künstlich aufgeschütteten Inseln Palm Jumeirah und Palm Jebel Ali, von denen bisher erst Palm Jumeirah realisiert ist. The Palm Jumeirah ist eine künstlich aufgeschüttete Insel in Form einer Palme, auf der sich die besten Hotels und Strände befinden. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit der Monorail. Für nur 15 Dirham kommt man mit der Hochbahn von der Gateway Station auf dem Festland bis zum Scheitelpunkt der Palme. Und als Tüpfelchen auf dem i befindet sich die Endstation vor dem berühmten Atlantis Hotel.

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Dubai: Dubai Creek & Souks

Wer einen Kontrast zur futuristischen Skyline von Dubai erleben will, muss nicht weit ins älteste Viertel nach Deira fahren; mit der Metro (Station Al Ras, Fahrten von AED 1,80 bis AED 6,50, ca. € 0,50 bis € 1,60) – übrigens die längste vollautomatisierte und fahrerlose Metro der Welt! – oder von Bur Dubai mit einem Abras, einem kleinen Holzboot, über den Dubai Creek (AED 1, ca. € 0,25). Wenige Minuten später ist man in einer anderen Welt mit schmalen Gassen, arabischen Häusern und exotischen Gerüchen.

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Kein Wunder, schließlich befindet sich hier der Spice-Souk, zwischen der Old Baladiya, der Al-Ras Street und der Beniyas Road, es gibt aber auch Stoffe, Elektronik und Lebensmittel. Die Vielfalt in den Souks ist überwältigend. Tipp: Handeln wird erwartet! Am besten steigt man mit 50 % des geforderten Preises ein. Nur wenige Minuten entfernt ist der Gold-Souk, einer der bekanntesten Goldmärkte der Welt. Hier kann man einen üppigen Goldring bestaunen, den 55 Goldschmiede in 24.000 Stunden geschmiedet haben, mit 21 Karat, einem Gewicht von 63,856 Kilo und 615 Swarovskisteinen. Natürlich wieder ein Rekord, was sonst?

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Offenlegung

Emirates haben mich eingeladen, nach Dubai zu reisen. Meine Reisereportage erschien in der Zeitschrift miss.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise / Ortsnennung und Verlinkung)

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