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Brighton Beach Huts: Wie die bunten Badehütten im britischen Seebad Kult wurden

Brighton wird gerne als „London by the sea“ bezeichnet, da die Stadt nur 80 Kilometer südlich der Metropole in der Grafschaft Sussex liegt. Schon seit Jahrhunderten zieht es die Briten in das traditionsreiche südenglische Seebad. Zum Schwimmen, zum Sonnen – und um in den berühmten bunten Beach Huts die Sommerfrische am Ärmelkanal richtig britisch zu genießen.

Die Vorgaben sind eindeutig. „Es gibt spezielle Regeln für das Bemalen Ihrer Strandhütte“, heißt es auf der Website des Rathauses von Brighton und Hove. Danach folgt die Angabe zu den Pantonefarben: „Dach und Oberseite: BS 4800 14C 35 Gloss, Sockel und Unterseiten: BS 4800 04 D45 Gloss“.

Was auf den ersten Blick streng bürokratisch klingt, sorgt jedoch nur dafür, dass der Rahmen der berühmten Beach Huts in Brighton einheitlich wirkt. Dach und Oberseite sollen in einem zarten Graugrün, Sockel und Unterseiten in einem dunklen Rot gestrichen werden. Der Rest der Farbwahl obliegt dafür den Besitzern: Türen dürfen in jeder Farbe einfarbig oder vertikal in mehreren Farben gestreift gestrichen werden.“

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Beach Huts Brighton: Wartezeit bis zu zehn Jahren

Die Beach Huts in Brighton sind ein Touristenmagnet. Kein Tag vergeht hier, an dem nicht Hunderte Fotos vor den bunten Holzhütten gemacht werden, die sich an der Promenade im Bezirk Hove wie Perlen an einer Kette reihen. Pro Hütte gibt’s für Mieter und Besitzer gerade mal ein paar Quadratmeter Raum zur Verfügung, doch die Nachfrage ist gigantisch. Die Lizenzgebühr für 2018/19 beträgt £ 367,20 (ca. € 410), beim Kauf eines Beach Huts steigt die Summe – bis zu 12.000 £ (ca. € 13.396).

Die Wartelisten sind jedoch enorm lang, in einigen Küstengebieten des Landes dauert es sogar zehn Jahre, bis man einen Beach Hut mieten kann. Bei Privatverkäufen gehen sogar astronomische Summen über den Tisch. In Christchurch an der Mudeford Sandbank stehen die teuersten Strandhütten in Großbritannien. Angeblich wechselte hier eine der Strandhütten unlängst für satte £ 275.000 (ca. € 307.000) den Besitzer.

Heute wird angenommen, dass es rund 20.000 Strandhütten in ganz Großbritannien gibt. Doch was nun ein Instagram-Hit ist, hatte früher einen völlig anderen Hintergrund. Die bunten Badehäuschen wirken zwar, als stünden sie schon immer an dem ein oder anderen Küstenabschnitt Großbritanniens, das stimmt er nicht so ganz.

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Beach Huts Brighton: Traditionen und Geschichte

Ursprünglich wurden die kleinen Holzhütten errichtet, um der Prüderie des viktorianischen Zeitalter entgegenzuwirken und sich die Sommerfrische zu erleichtern. Man stellte die Hütten auf, um sich darin umzuziehen: Die Beach Huts waren eigentlich als mobile Umkleidekabinen gedacht.

Die ersten erschienen im 18. Jahrhundert an den Stränden von Scarborough. Mediziner erkannten damals die heilende Wirkung von Seebädern und verschrieben Kuren an der Küste gegen so gut wie jede Krankheit. Es entstand der erste Boom und Familien brachten ihre kranken Angehörigen an die Küste.

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Beach Huts Brighton: Hype nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Ursprung der Beach Huts geht aber auch auf die damalige Art zu baden zurück. Eben weil Nacktheit damals verrufen war, wurden Badekarren erfunden. Das war eine Art hölzerne Umkleidekabine auf zwei oder vier Rädern, die von Pferden ins Wasser gezogen wurde. Man zog sich in der Kabine um und konnte dann über eine Treppe ins Wasser steigen.

Der Hype der britischen Sommerfrische hielt an, bis die Strände Großbritanniens während des Zweiten Weltkriegs geschlossen wurden. In den späten 1940er und 1950er Jahre kam die Liebe zur Küste zurück – und die Beach Huts sind seither heiß begehrt. Und weil die britische Gesellschaft ihre Prüderie ablegte, entwickelte sich aus den mobilen Umkleidekabinen Strandhäuschen, die bis heute genutzt werden, um die heißen Tage des Jahres am Strand zu verbringen.Brighton Beach Huts: Wie die bunten Badehütten im britischen Seebad Brighton zum Kult wurden


Offenlegung & Infos

Visit Britain und Visit Brighton haben mich eingeladen, nach Brighton zu reisen. Meine Reportage wurde in der Zeitschrift miss veröffentlicht.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise / Ortsnennung und Verlinkung)

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