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Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten

Kykladeninseln wie Santorin oder Mykonos sind zwar Instagram-Hits, aber leider auch überlaufen. Wer das authentische Leben im Inselmeer Griechenlands kennenlernen will, sollte Urlaub auf Naxos machen. Auf der größten Kykladeninsel geht man Touristenmassen aus dem Weg und reist genau dort hin, wo die hellenischen Götter einst ihre größten Abenteuer erlebten.

„Taxi?“ Auf der Kaipromenade herrscht buntes Treiben, als die große Fähre gemächlich anlegt, die von Mykonos kommt. Sie scheint hunderte Passagiere auszuspucken. Menschen wuseln über den steinernen Boden am Kai, ziehen ihre Koffer mit einem Rattern hinter sich her, zwischendrin bieten Fahrer ihre Dienste an: „Taxi?“- „Taxi?“ – „Welcome to Naxos!“

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Kommt man mit der Fähre an der Kaipromenade auf  Naxos an, ist man sofort mittendrin im Inselleben der Kykladeninsel. Die malerische Altstadt schmiegt sich vom Hafen in sanften Linien auf einen sanften Hügel hinauf. Weiß gekalkte Häuser mit leuchtend
blau gestrichenen Fenstern, Türen und Balkonen prägen das Bild mit der für hier so typischen Kykladen-Architektur und man direkt hat das Gefühl, in einem Bilderbuch für einen Traumurlaub angekommen zu sein.

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Natürlich könnte man jetzt auf einen der „Taxi?“-Rufe reagieren, aber Naxos-Stadt ist klein und kompakt. Wer nicht gerade zwei Koffer à 20 Kilo bei sich hat, kann ohne Probleme zu Fuß zu seinem Hotel gehen. Zwar geht es direkt nach der Promenade treppauf und treppab, aber so taucht man direkt und unverstellt ein in den Charme der Insel-Hauptstadt mit ihrem putzigen Gassenlabyrinth. Man geht durch enge, sich schlängelnde Gässchen, biegt ständig um die Ecke, geht nach oben, wieder nach unten – und steht womöglich genau da, wo man eigentlich abgebogen ist. Keine Frage, die Altstadt ist wie ein kleiner Irrgarten, allerdings ein Irrgarten, in dem man sich liebend gerne verläuft.

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Mitten drin verbergen sich Tavernen, Cafés und Geschäfte – bis nach oben zur venezianischen Burg, kurz Kastro genannt. Kommt man über tunnelartige Wege und verwinkelte Treppenläufe oben an, liegt einem das farbenfrohe Panorama von Naxos zu Füßen. Wer hier, in der Chora, wie die Altstadt genannt wird, eine Adresse sucht, kann das lange machen – denn es gibt so gut wie keine. Man orientiert
 sich nicht mit Straßennamen oder Hausnummern, man bleibt stets ein bisschen vage. „In der Altstadt“, sagt man, „unter dem Kastro“ oder „an der Promenade“. Und obwohl das alles andere als konkret ist, findet man immer ans Ziel – auch wenn man sich garantiert einmal am Tag verläuft. Dann geht man einfach in eines der vielen Cafés, trinkt einen Café Frappé und lässt sich treiben. Zum Beispiel in die „Bar 520“ (unter dem Kastro), die ein bisschen fancy, aber sehr entspannt ist und eine Terrasse mit Blick auf den Hafen hat, oder ins „Citron Cafe“ (an der Promenade), wo man in der Sonne sitzen und die Leute beobachten kann – umgeben von Einheimischen, die auch hierherkommen, plaudern und ihren griechischen Kaffee schlürfen.

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Das Leben auf einer griechischen Insel scheint langsamer zu vergehen. Das Festland ist weit entfernt, genauso der Rest der Welt. Man lebt in seinem eigenen, kleinen Mikrokosmos. Um das Inselmeer der Griechen zu verstehen, muss man sich das Gesamtwerk genauer anschauen: Ein Fünftel der griechischen Bodenfläche besteht aus Inseln. Sieht man sich das in exakten Zahlen an, kommt man ins Staunen: Griechenland hat 3.054 Inseln, 167 davon sind ständig oder zumindest zeitweise bewohnt – und 56 liegen im türkisblauen Wasser der Ägäis. Im Norden und Westen vom griechischen Festland begrenzt, im Osten von der Türkei, im Süden von Kreta. Und weil man in der Antike dachte, die Inselgruppe sähe aus, als hätte jemand kleine Kleckse in einem Kreis (griechisch: Kyklos) rund um die heilige Insel Delos in den Ozean gemalt, erhielten sie ihren Namen: Kykladen.

Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten Heute werden von allen griechischen Inseln vor allem die Kykladeninseln gehypt. Es vergeht kein Tag, an dem nicht unzählige Influencer ihre Fotos von Santorin oder Mykonos auf Instagram posten. Dabei hat die Inselgruppe viel mehr zu bieten, allen voran die größte Kykladeninsel Naxos. Wobei das mit der Größe hier auch relativ ist, denn es leben gerade mal 18.000 Einwohner auf einer Fläche von 428 Quadratkilometern (zum Vergleich: Wien hat eine Fläche von 414,6 Quadratkilometern, hier leben allerdings 1,75 Millionen Menschen).

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Dass Naxos als Mittelpunkt der Kleinen Kykladen ein besonderer Zauber umgibt, wussten nicht nur die alten Griechen, sondern auch die hellenischen Götter. Apollon, Dionysos, Ariadne, Demeter, Artemis: All die großen Namen der Götter- und Heldensagen der griechischen Mythologie kommen einem hier nicht nur in den Sinn, man trifft auch auf die schönsten Abenteuer, die die Götter einst genau hier erlebten. Der wichtigste Name von allen begegnet einem auf Naxos am häufigsten: Der Göttervaters Zeus soll laut Mythos auf Naxos seine Kindheit verbracht und auch später als Herrscher des Olymps innige Liebeserklärungen an seine „göttliche Insel“ gerichtet haben. Da wundert es nicht, dass der höchste Berg der Insel nach Zeus benannt ist – und man auf 1.005 Meter Höhe die schönste Aussicht über die Insel hat.

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Ein anderer Gott ist dafür verantwortlich für das Wahrzeichen der Insel: Im Wasser vor der Altstadt, verbunden durch einen Damm, thront auf der kleinen Halbinsel Palatia die berühmte Portara: ein sechs Meter hohes antikes Tor, umgeben vom Rest eines Tempels aus dem 6. Jahrhundert vor Christus, den die Naxioten höchstwahrscheinlich Apollon widmeten, dem Gott der Künste und der Ordnung.

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Die berühmteste Geschichte der Insel dreht sich jedoch um Ariadne und Theseus, die man aus der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Naxos“ kennt. Held Theseus hat Ärger auf Kreta, die schöne Göttertochter Ariadne hilft ihm, zu fliehen. Die beiden wollen nach Athen, landen aber auf Naxos und lassen sich nieder. Doch die Liebe ist nicht groß genug: Theseus verlässt Ariadne– und die ist so verletzt, dass sie sich aus Kummer ins Meer stürzen will. Doch dann taucht Dionysos auf, der Gott des Weines. Er hält sie vom Selbstmord ab, verliebt sich – und nimmt sie zur Frau.

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Es sind aber nicht nur die Geschichten der Götter und von Naxos-Stadt, die sich Urlauber anhören sollten. Um die richtig authentische Naxos-Erfahrung zu machen, sollte man sich ein Auto nehmen und ins Landesinnere cruisen. Da gibt es malerische kleine Dörfer, großartige Restaurants und an der Küste natürlich viele Strände, wo man schwimmen und surfen kann. Einer der schönsten und mit vier Kilometern auch einer der längsten Strände der Insel ist übrigens Plaka zwischen Agia Anna und Orkus.

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Von der Altstadt in Naxos dauert es gerade mal eine halbe Stunde, bis man die Tragea-Ebene erreicht, von den Einheimischen „Livadia“ – „Wiesenland“ – genannt. Hier entdeckt man die ursprüngliche Insel. Soweit das Auge reicht sieht man hügelige Wiesen, idyllische Weinterrassen, weite Olivenhaine und mittendrin kleine Dörfer, in denen die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint.

Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten Kykladeninsel Naxos: Urlaub machen, wo Götter einst Geschichten erzählten Orte wie Sangri, Filoti, Chalki und Apiranthos erscheinen einem vielleicht winzig, bergen aber viele Schätze. In Chalki zum Beispiel wird das „Nationalgetränk“ der Insel hergestellt: Der „Kitron aus Naxos“ ist ein Likör, der nach einem Familienrezept aus den Blättern des Zedratbaums destilliert wird; er hat zwar (auch) eine zitronige Note, die Blätter sorgen aber für den dominanten, bitteren Geschmack. Von Chalki aus kann man auch tolle Wanderungen unternehmen, vorbei an klitzekleinen Kirchen (es gibt rund 140 byzantinische Kirchen auf Naxos!) und verlassenen Häusern, zwischen Dornenbüschen und Rosenhecken, und weiter ins nächste Dorf, auf einen Café Frappé, oder vielleicht doch ein Glas Wein? Die Naxioten nehmen Dionysos durchaus ernst und das, was er war und heute noch vielerortes ist: der Gott des Weines.

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Offenlegung & Infos

Neckermann Reisen Österreich hat mich eingeladen, nach Naxos zu reisen. Meine Reportage wurde in der Zeitschrift miss veröffentlicht.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise / Ortsnennung und Verlinkung)

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