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Kärnten für alle Sinne (Teil 1): Advent-Traditionen & Christkindlmärkte rund um den Wörthersee

〈ᴡᴇʀʙᴜɴɢ〉Auf dem Berg, am Seeufer und auf einer Halbinsel: Am Wörthersee in Kärnten wird die Adventszeit gekonnt zelebriert und die Christkindlmärkte in einer malerischen Kulisse inszeniert. Zwischen Trends und Traditionen finden Urlauber hier alles – von der traditionellen Blasmusikkapelle über Bio-Reindling bis hin zum hippen Einhorn-Gin. Da kommt jeder in Weihnachsstimmung – egal ob Glühwein-Genießer oder grantiger Grinch.

„Kumm kostn! Oder bist a Tscholdra?“ Die korrekte Reaktion auf die etwas ruppig gestellte Aufforderung ist natürlich, dass man kostet. Und keinesfalls eine Tscholdra ist. Vor einer Holzhütte, in der sich Flaschen mit einer roten Flüssigkeit eng aneinanderreihen, steht ein uriger Kerl, rotwangig, breit grinsend und mit einem Hut auf dem Kopf, auf dem bunte Weihnachtsanhänger baumeln und blinken. „Den habe ich seit 30 Jahren nicht gewaschen“, sagt er zwinkernd und schenkt ein. Einen Zirbenen, wie man in Kärnten zu jenem Schnaps sagt, der aus den Zapfen der Zirbenkiefer gemacht wird. Prost!

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Aber von vorne. „Tscholdra“ ist kein Begriff, mit dem man automatisch in Kärnten begrüßt wird. Das Wort kommt aus dem Unterkärntnerischen und meint in etwa eine einfältige Frau. Für das Markt-Urgestein, den „Zirbenpeter“, ist also eine Tscholdra, wer seinen Zirbenen nicht kostet. Der Fresacher ist seit mehr als drei Jahrzehnten überall in Kärnten auf Märkten unterwegs und bietet seine Zirbenprodukte an, neben Zirbenschnaps verkauft er auch Zirbenöl, Zirbenkissen, Zirbenkugeln und Zirbenhauswurst.

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Christkindlmärkte um den Wörthersee: Advent über den Wolken

Über dem Pyramidenkogel in Kärnten liegt am Eröffnungstag des Christkindlmarktes eine dicke Nebelschicht, das hindert die Besucher aber nicht, sich auf die Adventstimmung einzulassen. Hoch über ihren Köpfen wird der Pyramidenkogel in einem strahlend roten Licht illuminiert. Der höchste Holzaussichtsturm der Welt ist eine ausgefallene Kulisse für einen Christkindlmarkt: Auf dem Fuße des Aussichtsturms reihen sich Holzhütten aneinander, zu kaufen und kosten gibt es Produkte aus Kärnten und dem gesamten Alpe-Adria-Raum: Erzeugnisse vom Bauernhof genauso wie Holzprodukte und Körbe, Filzarbeiten und Glaskunst – und natürlich aus Zirbe.

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Ob man eine Tscholdra ist oder nicht, wird man beim Stand von Igor Ogris nicht gefragt. Hier geht es dafür um die Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit dem Glühwein? Das Highlight ist ganz klar der weiße Glühwein, der aus Chardonnay gemacht wird. Igor Ogris schenkt nicht nur den Wein aus, er ist mit seiner Firma „Zommstehn am Mårkt“ auch maßgeblich am Christkindlmarkt beteiligt. „Die Idee von ‚Zommstehn am Mårkt‘ ist die Schaffung neuer Märkte, Marktplätze und Feste, aber auch die Hilfestellung bei bereits bestehenden Märkten und Veranstaltungen. Wir wollen den einzigartigen Produzenten und tollen Ausstellern aus dem Alpe-Adria-Raum verschiedenste neue Plattformen zu bieten, um den Besuchern ihre regionalen Produkte näher bringen zu können.“

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Er selbst sieht seine größte Aufgabe darin, die Kunden zu den Bauern zu bringen und das Bewusstsein aller für tolle Lebensmittel und Produkte zu schärfen. Der ausgefallenste Stand, den Igor Ogris kennt? „Der slowenische Kunstschmied Jože Krmelj mit seinen eigenen Messern, Pfannen, Hacken und sogar Tomahawks (übrigens nur am ersten Adventwochenende da) und Erikas Gemüsetopf, ein Gewürz für Suppen und Saucen vom Biohof Dvornik. Beide findet man am Pyramidenkogel.“ Auch ein Besuch bei Peter Dolinšek lohnt sich. Der Kunstschmied aus Bad Eisenkappel hat seinen Arbeitsplatz am hinteren Ende des Marktes aufgebaut. Ein Feuer lodert hier hoch, mittendrin glüht ein Hufeisen. Der urige Künstler betreibt in Bad Eisenkappel eine Schauschmiede und zeigt auch am Pyramidenkogel seine Kunstfertigkeit, indem er mit Besuchern plaudert, nebenbei seine Hufeisen schmiedet und zwischendurch auch Gäste mal den Schürhaken halten lässt.

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Christkindlmärkte um den Wörthersee: Stiller Advent

Keine Frage: Traditionen werden in Kärnten großgeschrieben. Eine von ihnen – die Schifffahrt am Wörthersee – kommt im Winter in ganz besonderem Ambiente daher. Nämlich dann, wenn an den Adventwochenenden die Schiffe kreuz und quer über den See fahren und Besucher zu den vier verschiedenen Christkindlmärkten bringen, die sich am Seeufer abspielen. An Bord gibt’s Glühwein und Glühmost, mit dem Tagesticket um € 15 darf man so oft ein- und aussteigen, wie man möchte – und feiert den Advent dann am Seeufer und am Berg genauso wie auf einer Halbinsel.

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Der ruhigste Christkindlmarkt liegt vor dem Parkhotel in Pörtschach. Wo es im Sommer vor Urlaubern nur so wuselt, ist es im Winter still – auch am Christkindlmarkt. Denn wo normalerweise „Last Christmas“ oder „Jingle Bells“ aus Lautsprechern tönen würde, hört man in Pörtschach lediglich die Stimmen der Besucher und Händler, sonst nichts. Das ist das Konzept des „Stillen Advent“ am Wörthersee. Es gibt nur ein Dutzend Stände, die familiär und vor allem regional sind: Kärntner Brettljause, Riesenkrapfen, Gulaschsuppe und natürlich Glühmost.

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Ausgefallen sind die Produkte der Familie Leitgeb aus Haidach bei Glanegg. Auf ihrer berühmten Straußenfarm entstehen spannende Erzeugnisse (Fun-Fact: ein einziges Straußenei kocht eineinviertel Stunden und sättigt sieben bis neun Personen!), viele von ihnen kann man in Pörtschach kaufen, vom Schinken bis hin zu Würsteln, natürlich alles vom Strauß. Warum sich die Familie mit ihren besonderen Produkten ausgerechnet einen kleinen Markt ausgesucht hat? „In Pörtschach, weil es hier viel ruhiger und entspannter zugeht als auf den anderen Christkindlmärkten. Das mögen wir lieber“, so die bekannte Straußenfarm-Familie. Kosten sollte man unbedingt die Straußeneierlikörkugeln oder den Straußeneierlikör!

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Wer mehr Trubel sucht, sollte an der Promenade entlang bis zum Monte-Carlo-Platz schlendern. Auch wenn der Weg tagsüber ziemlich verschlafen wirkt, öffnen hier abends die bekannten In-Treffs am See und laden auch zu Glühwein und Glühmost ein – oder zu Champagner, denn auch im Winter zeigt der Wörthersee manchmal sein dekadentes Gesicht. Von der anderen Seite der Bucht hat man zudem einen hübschen Blick auf das Parkhotel und den Adventmarkt davor.

Wer mehr Trubel sucht, sollte an der Promenade entlang bis zum Monte-Carlo-Platz spazieren. Unterwegs öffnen abends die bekannten In-Treffs am See und laden auch zu Glühwein ein – oder zu Champagner, denn auch im Winter zeigt sich der Wörthersee manchmal von seiner illustren Seite. Wer mehr Trubel sucht, sollte an der Promenade entlang bis zum Monte-Carlo-Platz spazieren. Unterwegs öffnen abends die bekannten In-Treffs am See und laden auch zu Glühwein ein – oder zu Champagner, denn auch im Winter zeigt sich der Wörthersee manchmal von seiner illustren Seite. Wer mehr Trubel sucht, sollte an der Promenade entlang bis zum Monte-Carlo-Platz spazieren. Unterwegs öffnen abends die bekannten In-Treffs am See und laden auch zu Glühwein ein – oder zu Champagner, denn auch im Winter zeigt sich der Wörthersee manchmal von seiner illustren Seite.

Christkindlmärkte um den Wörthersee: Romantischer Kirchenadvent

Einen der schönsten Flecke Kärntens erreicht man, wenn man mit dem Schiff in das Südufer des Wörthersees fährt. Dann taucht die malerische Halbinsel Maria Wörth mit ihren Kirchtürmen in Zeitlupe vor einem auf und lässt einem genug Zeit, die Schönheit in ihrer ganzen Pracht zu erfassen. Maria Wörth ist klein, sehr klein sogar, aber weit über die Grenzen Österreichs bekannt wegen der gotischen Wallfahrtskirche und der beinahe 900 Jahre alte Winterkirche, die hier auf der Halbinsel thronen.

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Im Advent verwandelt sich das verschlafene Dorf in eine zauberhafte Adventkulisse. Der „Romantische Kirchenadvent“ findet erst seit 2017 statt – und seit 2018 stehen die Holzhütten direkt am Ufer, wo das Schiff anlegt. Es sind gerade mal ein Dutzend Händler, die hier ihre Waren anbieten; aber gerade weil der Christkindlmarkt so klein und urig ist, ist er so besonders. Was hier angeboten wird, kommt aus Kärnten und dem Alpe-Adria-Raum – von der Kärntner Jause über Kärntner Kasnudl bis hin zu Kärntner Erzeugnissen vom Bauernhof.

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Ein besonders spannender Stand befindet sich direkt beim Eingang. „Wir machen alles selbst, mit der Hand, mit der Familie“, erzählt Stefan Karnitschnig, der in dritter Generation den Sillehof in Magdalensberg führt: Neben hausgemachtem Kürbiskernöl und Broten sind es vor allem die süßen Versuchungen an seinem Stand, deren Geruch über die Halbinsel zieht und Besucher anlockt: frische Waffeln in Herzform aus Biodinkelmehl genauso wie handgemachte Zuckerreinkerl und Reindling im Mini-Format.

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„Der romantische Kirchenadvent in Maria Wörth ist ganz klar mein persönlicher Geheimtipp für die Kärntner Christkindlmärkte am See“, sagt Igor Ogris. „Aber jeder Markt ist auf seine Weise einzigartig und vermittelt ein ganz besonderes Flair!“ Das sieht auch Wolfgang Handler so. Der Geschäftsführer der Kärntner Firma Pixelpoint ist als leidenschaftlicher Fotograf und Betreiber der Wörthersee-Community quasi permanent auf den Christkindlmärkten unterwegs; nicht nur, um viele Fotos zu machen, sondern weil er vor allem zeigen möchte, was die Adventzeit rund um den See so besonders macht. „Wo sonst kann man an Bord eines Schiffes von einem Adventmarkt zum anderen schippern? Stressfrei und ohne schlechtes Gewissen, wenn es mal ein Heißgetränk zu viel wird!“Kärnten für alle Sinne (Teil 1): Advent-Traditionen und Christkindlmärkte um den WörtherseeSein Lieblingschristkindlmarkt liegt aber an einem anderen Ort am Wörthersee, oder besser gesagt an zwei Orten. „Natürlich beim Christkindlmarkt ‚daham’ in Klagenfurt rund um den Lindwurm, weil ich hier viele nette Menschen treffe.“ Sein liebster Stand ist die Margit vom „Weihnachstmandl“ am Neuen Platz in Klagenfurt. „Da gibt es selbst gemachten Schilcher- und Uhudler-Glühwein und ‚a Zirberle’ geht immer noch!“ Es zieht ihn aber auch oft nach Velden, wo sich einer der am häufigsten besuchten Christkindlmärkte Kärntens befindet. „Weil hier das Leben pulsiert und der See eine wunderschöne Kulisse bietet“, ist sich Wolfgang Handler sicher.

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Christkindlmärkte um den Wörthersee: Velden

Das stimmt. In Velden findet man definitiv den hellsten und funkelndsten Christkindlmarkt am See. Über dem Wasser der Bucht schwebt das Wahrzeichen des Veldener Advents, ein aus 60.000 Lampen bestehender Adventskranz, der den nächtlichen Wörthersee magisch illuminiert. Und auch die Stadt verwandelt sich am Abend in ein magisches Lichtermeer, das Velden im Advent zur Engelsstadt macht.

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Dann verliert der berühmte Ort am Wörthersee auch ein bisschen von seinem Schicki-Micki-Image. Natürlich kann man noch immer vor dem Casino flanieren, hochpreisig essen gehen und teure Klamotten kaufen, die Stimmung ist abseits der Sommersaison aber lässiger. Das liegt vielleicht daran, dass sich der gesamte Ort zusammentut, um die Stadt in einen einzigen Christkindlmarkt zu verwandeln. Von der Promenade mit dem berühmten Schlosshotel über den Gemonaplatz bis hin zum Casino: Überall stehen Holzhütten, Buden und Glühweinstände und sorgen für weihnachtliche Stimmung.

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Vor dem Casino findet man einen weiteren Geheimtipp. „Der ausgefallenste Stand, den ich kenne, ist der Leberkäs-Stand von Manuel Politzky gegenüber vom Casino Velden“, verrät Wolfgang Handler. Aber keine Sorge: Wem die Kulisse des berühmten Casinos zu mondän ist und es hipper mag, wird in Velden auf jeden Fall fündig. Zum Beispiel in der „Rocket Room Bar“, die mehrere Christkindlmarkt-Stände vor dem Lokal betreibt und In-Getränke wie einen Lillet-Punsch ausschenkt. Beim Casino findet man die GIG-Bar, das Caramé und das Schinakel, wo sich die Nachtschwärmer am liebsten herumtreiben.

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Auch lustig: der Einhorn-Gin, der zwar aus der Steiermark kommt, aber in Velden bei einem Stand zwischen Kurpark und Gemonaplatz in der Mini-Flasche gekauft werden kann. Hier ist auch das Rathaus, vor dem viele Veranstaltungen stattfinden – vor allem mit Musik und Gesang. Ein wichtiger Punkt, wie Wolfgang Handler findet. „Viele Leute wissen gar nicht, dass rund um den See mit einem abwechslungsreichen Programm von Kärntner Künstlern auch viel gesungen und musiziert wird. Da hätte sogar der Grinch seine Freude damit!“

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Adventzauber am Wörthersee

Advent in Kärnten

Mit der Kärnten Card zu den Christkindlmärkten

Adventschiffe der Wörtherseeschifffahrt

Infos zu Schifffahrt und Advent-Shuttle-Bus

Advent über den Wolken:

Noch bis 23.12.2018 geöffnet, immer freitags von 14 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr

Kirchenadvent Maria Wörth:

Noch bis 23.12.2018 geöffnet, immer samstags und sonntags von 12 bis 20 Uhr

Engelstadt Velden:

Noch bis 23.12.2018 geöffnet, immer freitags von 15 bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 11 bis 20 Uhr

Stiller Advent Pörtschach:

Noch bis 23.12.2018 geöffnet, immer freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 13 bis 19 Uhr

Hier geht’s zu „Kärnten für alle Sinne“ – die Einleitung

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