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Wohin die Reise geht: 9 Trends des Urlaubjahres 2018 von der ITB

186 Länder und Regionen, mehr als 10.000 Aussteller und bis zu 110.000 Fachbesucher: Die ITB, die Internationale Tourismusbörse, ging nach fünf erfolgreichen Tagen gerade in Berlin zu Ende. Da bleibt am Ende des Tages und der weltgrößten Reisemesse die Frage: Wohin geht die Reise in diesem Jahr? 9 Trends des Urlaubjahres 2018.

ITB-Reise-Trend 1: Terrorangst sinkt – zumindest ein wenig

Die Angst vor politischen Unruhen und Terroranschlägen veränderte das Reiseverhalten in den letzten Jahren stark. Viele Destinationen verzeichneten einen enormen Buchungsrückgang wegen des erhöhten Sicherheitsbedürfnisses der Urlauber. Das soll sich 2018 ändern, so der Tenor auf der ITB: Zum ersten Mal, seitdem IPK International, die World Tourism Marketing Consultants GmbH, die Auswirkungen der Terrorgefahr auf das internationale Reiseverhalten untersucht, ist die sogenannte „Terrorsensitivität“ gesunken und Destinationen werden insgesamt wieder als etwas „sicherer“ wahrgenommen. Laut der aktuellsten Studie zum Einfluss der Terrorgefahr auf das Reiseverhalten sank der Einfluss von Unruhen und Terrorwarnungen auf die Reisepläne – von 41 Prozent im Herbst 2017 auf 37 Prozent im Februar 2018. Weltweit ist die Zahl der Auslandsreisen dafür um 6,5 Prozent angestiegen – in Zahlen sind das beeindruckende 1,2 Milliarden internationale Reisen im Jahr 2017.

ITB-Reise-Trend 2: Türkei erholt sich

Anschläge in Istanbul, der Putschversuch gegen die Regierung: In den letzten Jahren sanken die Buchungszahlen für die Türkei drastisch und schreckten Urlauber ab. Das ändert sich mit dem Reisejahr 2018: Laut aktueller Daten der Konsumforscher GfK haben sich die Sommerbuchungen für die Türkei gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Der Grund dafür liegt nicht nur in der sinkenden Terrorangst, sondern auch an den günstigeren Angeboten im Vergleich zu den beliebtesten Urlaubsländern der DACH-Region: Griechenland und Spanien.

ITB-Reise-Trend 3: Ägypten und Tunesien auf Comeback-Kurs

Nach einem starken Buchungsrückgang sind Länder am östlichen Mittelmeer und in Nordafrika wieder im Aufwärtskurs: Neben der Türkei sind auch Tunesien, Ägypten und Marokko wieder stark gefragt und die Urlaubsbuchungen steigen massiv. Alleine im Februar 2018 verdoppelten sie sich die Buchungen für Tunesien im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 103 Prozent. „Die Türkei oder Ägypten haben ein Preis-Leistungs-Verhältnis, wie Sie es sonst nirgends finden. Daher die starke Nachfrage“, erklärte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands, den Comeback-Kurs.

ITB-Insights: 8 Reisetrends des Urlaubjahres 2018
(c) Messer Berlin / ITB

ITB-Reise-Trend 4: USA leiden unter dem „Trump-Effekt“

Städtetrips nach New York City oder Los Angeles sind zwar nachwievor stark gefragt und Bundesstaaten wie Florida und Kalifornien sehr beliebt, die Buchungszahlen für die USA im Allgemeinen sind jedoch gesunken: Bereits 2017 gab es ein Minus von 17 Prozent; 2018 liegen die Buchungen ein Fünftel unter dem Vorjahr. Den Grund hierfür vermuten Experten in der Politik: „Das hat womöglich mit dem sogenannten Trump-Effekt zu tun“, erklärte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands, auf der ITB: „Es hat anfangs beim Amtsantritt Trumps einen negativen Effekt gegeben. Fraglich aber ist, wie lange sich die Deutschen von der Sympathie zum US-Präsidenten leiten lassen, wenn es um das Traumziel USA geht.“

ITB-Reise-Trend 5: Strategien gegen Overtourismus werden gesucht

In Venedig 30 Millionen, auf Mallorca 10 Millionen, in Barcelona 8 Millionen Besucher pro Jahr: Massentourismus wird immer mehr zum Problem und führt dazu, dass beliebte Städte unter „Overtourismus“ leiden. „Das Problem ist ernst“, sagte Martin Buck von der Messe Berlin auf der ITB: „Die Tragfähigkeit von Umwelt, Gesellschaft und Infrastruktur hat natürliche Grenzen.“ Er stellte auch die große Frage in den Raum: „Wie kann man regulativ eingreifen, ohne die Touristen zu vergraulen?“ Eine „Touristensteuerung“ wird daher künftig womöglich diskutiert werden – etwa durch Kontingente, Gebührenmodelle und eine Erweiterung der Saisonzeiten.

ITB-Reise-Trend 6: Endlich Erholung nach Air-Berlin-Insolvenz

Das große „Ah!“ und „Oh!“ nach der Air-Berlin-Insolvenz wird endlich leiser: Monatelang kämpfte die ganze Tourismusbranche damit, Tausende Flüge von Pauschalurlaubern umzubuchen, jetzt hat sich die Lage beruhigt und soll laut Experten bis zum Sommer stabil sein. Dazu kommt, dass Low-Cost-Airlines enorm aufrüsten: Eurowings, Ryanair und Easyjet bauen ihre Angebote aus, die Germania verkündete auf der ITB, 50 neue Verbindungen aufzulegen – und Eurowings durfte sich als die „am schnellsten wachsende Airline Europas“ feiern lassen – dank 30 neuer Flugzeuge und 70.000 Flügen mehr in diesem Jahr.

ITB-Insights: 8 Reisetrends des Urlaubjahres 2018
(c) Messer Berlin / ITB

ITB-Reise-Trend 7: Baustein-Urlaube boomen

Pauschalreisen bleiben im Trend und sind nachwievor beliebt, allerdings verändert sich die Art der Pauschalurlaube. Das Bedürfnis nach Individualität nimmt zu, sodass Reiseveranstalter darauf eingehen und das Buchungssystem weitgehend darauf anpassen: Angebote lassen sich mehr und mehr individualisieren und die klassische Flug- und Hotelbuchung wird künftig noch intensiver durch Bausteine mit verschiedenen Aktivitäten und weiteren Angeboten erweitert.

ITB-Reise-Trend 8: Millennials als neue, begehrte Zielgruppe

Die Generation Y, also die zwischen 1980 und 2000 Geborenen, werden immer mehr zur beliebten Zielgruppe der Reisebranche. Laut einem Bericht der WYSE Travel Confederation verdient die Tourismusbranche mit jungen Menschen bereits mehr als mit Geschäftsreisenden. Deshalb erleben Hotels für Backpacker, Budget- und Designhotels und Jugendherbergen einen starken Aufschwung. „Es dauerte eine Weile, bis die Reiseveranstalter erkannten, wie wichtig die junge Generation für die Branche ist“, sagte Torsten Richter, Chefredakteur des Reiseportals Urlaubspiraten. Vor allem günstige Flüge und ausgefallene Reisezielen seien für die Generation Y relevant – plus die perfekte Kulisse, denn: „Die heutigen Statussymbole sind die Bilder, die du aus deinem Urlaub mitbringst!“ – Stichwort Instagram, Pinterest und Co.

ITB-Reise-Trend 9: Digitalisierung beeinflusst Reisebranche weiterhin

Die Art der Reisebuchungen erlebt wegen der weltweit boomenden Digitalisierung auch eine Veränderung. „Das beginnt bei der Buchung einer Reise vom Sofa aus, geht weiter über den Wunsch nach WLAN im Flieger und Hotel bis hin zu Bewertungen über den Urlaub, wenn man wieder zu Hause ist“, erklärt Martin Buck von der Messe Berlin. Aber: Auch wenn die Generation Y in diesem Bereich nahezu abgebrüht ist, müssen ältere Generationen sich erst im digitalen Tourismus auskennen: „Aus Urlaubersicht klingt der Begriff Digitalisierung reichlich abstrakt“, meinte Torsten Kirstges, Tourismusforscher von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Die Lösung ist ein Kompromiss, wie ihn beispielsweise die TUI macht: Für das Reiseunternehmen sind ihre Reisebüros nachwievor wichtig, da nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der Reisen dort gebucht werden; vom klassischen Design verabschiedet sich das Unternehmen aber zunehmend immer mehr – und setzt in den neuen Reisebüros beispielsweise auf Virtual Reality, Tablets, 360°-Videos und eine hippe Café-Atmosphäre.


(Werbung, unbezahlt / Verlinkung)

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