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Schottland auf den Spuren von Diana Gabaldon: Outlander-Tour durch die Highlands

Mit der Highland-Saga schrieb Diana Gabaldon nicht nur eine der schönsten Liebesgeschichten aus dem Schottland des 18. Jahrhunderts, sie schaffte es sogar auf Nexflix. Ein Grund für den Erfolg von "Outlander" ist der Schauplatz der Romane: Die raue Schönheit Schottlands ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und eine ideale Vorlage für eine Reise durch die Highlands.

Meine Liebe zu Schottland fing als Fernbeziehung an. Als ich mit 19 ein dickes Taschenbuch auf einem Restpostentisch fand, erwartete ich nicht viel – doch nach wenigen Seiten tauchte ich ein in eine Lovestory aus dem Schottland des 18. Jahrhunderts – und verliebte mich nicht nur in jene Liebesgeschichte, sondern auch in das Land, in dem sie spielte.

Die Liebe aus der Ferne blieb: Von Seite zu Seite und von Band zu Band träumte ich mich immer öfter nach Schottland. Damals wusste ich nicht, dass die Autorin Diana Gabaldon mit diesem ersten Band ihrer „Outlander“-Saga Millionen Bücher weltweit verkaufen würde, geschweige denn, dass ich eines Tages auf Netflix die in meinen Augen größte schottische Liebesgeschichte anschauen würden. To keep a long story short: Ich verschlang „Feuer und Stein“ und bin seither ein riesengroßer „Outlander“-Fan, der seit damals, als ich mich mit 19 in Schottland verliebte, nichts anderes wollte, als diese Fernbeziehung zu einer realen zu machen.

Durch Schottland mit der Highland-Saga

Das dauerte, doch dann kam wie so oft eine Idee aus dem Nichts: Zufällig las ich, dass eine amerikanische TV-Produktionsfirma sich die Rechte an den „Outlander“-Romanen gesichert hatte. Ich wusste sofort, was ich zu tun hatte: Ich recherchierte wochenlang, las alle Bände nochmal, führte akribisch Buch über erwähnte Orte – und ging dann mit einem Konzept zu Visit Britain: als erste Journalistin durch Schottland zu reisen und jene Plätze zu besuchen, die in den Romanen eine Rolle spielen. Die Idee kam an – und ich reiste drei Wochen durch die Highlands, um eine Geschichte zu erzählen, auf die mich eine andere Geschichte gebracht hatte.

Schottland auf den Spuren von Diana Gabaldon: Outlander-Tour durch die Highlands
Nur ich, mein Rucksack und die schottischen Highlands.

Das Abenteuer war aber auch deshalb groß, da es meine erste lange Reise war, auf der ich völlig alleine unterwegs sein wollte – und das ohne Plan. Lediglich die Flüge und die erste und letzte Nacht in Edinburgh als Start- und Endpunkt waren gebucht, der Rest war völlig offen – und brachte mich in den Tagen vor der Reise beinahe um den Verstand. Ich lasse mich auf Reisen gerne treiben, aber ich mag es, einen Plan zu haben. Oder zu wissen, wo ich schlafe. Einfach ins Blaue zu reisen und erst vor Ort zu checken, was ich mache, war eine neue Erfahrung – und Schottland das perfekte Land dafür.

Schottland auf den Spuren von Diana Gabaldon: Outlander-Tour durch die Highlands
Blick aus dem Zug von Edinburgh nach Inverness.

Schottland für Solo-Traveler

Als Solo-Traveler ist man in Schottland komplett auf der sicheren Seite, ich gehe sogar so weit und sage: Man hat auch den größten Spaß. Für mich sind Schotten wie Briten – nur mit Humor. Sie sind herzlich, offen – und sofort zur Stelle, wenn man nur einmal verloren durch die Gegend stolpert. Und das bin ich oft. Ob ich in den falschen Zug stieg oder mich beim Wandern verirrte: Jedes Mal kam jemand auf mich zu und half mir aus der Patsche. Auf keiner anderen Reise wurde ich mit mehr Hilfbereitschaft und Herzlichkeit konfrontiert – und nirgendwo sonst hat mich die Schönheit eines Landes so geplättet.

Outlander-Orte: Inverness & Culloden

Meine erste Station war Inverness, die Hauptstadt der Highlands, die nicht nur für „Outlander“-Fans interessant ist und die man mit dem Zug in vier Stunden von Edinburgh aus erreicht. Von hier kann man nicht nur den schottischen Klassiker besuchen – Nessie und das malerische Loch Ness -, sondern auch zu historischen Schauplätzen wie dem Schlachtfeld von Culloden fahren, wo einst die Schotten gegen die Briten einen blutigem Kampf ausfochten und verloren. Colloden spielt in „Outlander“ eine große Rolle, deshalb hat mich mein Spaziergang über das Schlachtfeld enorm berührt, aber auch sonst ist das Gebiet ein fast schon magischer Platz, der viel Geschichte in sich birgt.

Von hier kann man übrigens in etwa 40 Minuten zu einem Steinkreis laufen: Die Clava Cairns sind eine Megalithanlage im malerischen Nirgendwo und verströmen eine ganz besondere Stimmung (vielleicht hat Diana Gabaldon auch deshalb diesen Steinkreis als Vorbild für den in ihren Romanen ausgewählt.)

In Inverness wählte ich übrigens ein Bed & Breakfast außerhalb des Stadtzentrums, weil es extrem günstig war – und wurde überrascht mit einem unfassbar schrägen britischen Landhaus, in dem es vor Büchern und Katzen nur so wimmelte. Als die B&B-Chefin erfuhr, dass ich schreibe, quartierte sie mich kurzerhand von einem kleinen Einzelzimmer in ein großes Dachzimmer mit dem Namen „Alice in Wonderland“ um – der einzig angemessene Raum in ihrem Haus für mich, wie sie grinsend meinte. Von hier konnte ich jede Nacht in den für die Highlands im Sommer so berühmten himbeerroten Himmel schauen und die Sonne erst weit nach 23 Uhr untergehen sehen – Tage und Nächte, die ich nie wieder vergessen werde, vielleicht auch wegen dem „Alice in Wonderland“-Zimmer.

Am nördlichsten Zipfel Großbritanniens

Vom beschaulichen Inverness ging es erneut vier Stunden in den Norden, genauer gesagt in die Kleinstadt Thurso, der nördlichsten Stadt auf dem britischen Festland. Von hier kann man auf die Orkney Islands rüberschauen und auch rübersetzen – zumindest, wenn das Wetter mitspielt. Ich hatte leider Pech und saß zwei Tage dank Sturm (immerhin mit Fish ’n Chips und einer guten WLAN-Verbindung) im Hotel fest; einzig ein sonniger Tag blieb mir, an dem ich den Strand erkundete und Orkney aus der Ferne anschmachtete.

Von Loch Ness zu Loch Garve

Um das Inselfeeling an einer anderen Stelle zu bekommen, reiste ich wieder in Richtung Inverness und dann weiter nach Westen. In dem kleinen Dorf Garve machte ich ein paar Tage Station und wanderte entlang des Loch Gave (ja, auch das kommt bei „Outlander“ vor) und dem malerischen Gebiet von Strathpeffer. Hier ist alles sehr ursprünglich und untouristisch; wer also Ruhe sucht, stundenlang alleine wandern oder mit den Locals plaudern will, wird sich in jedem Fall wohlfühlen. Noch heute denke ich voller Wärme an das Bed & Breakfast, in dem ich nicht nur familiär aufgenommen, sondern richtiggehend bemuttert wurde: Vor dem Wandern wurde ich mit Mückenschutzspray ausgestattet; kam ich abends später zurück, wurde ich angerufen, ob ich abgeholt werden möchte (oder mich verirrt hätte, what else?) – und am letzten Tag wurde ich mit dem Auto zum Bahnhof gebracht, weil mein Rucksack angeblich so schwer aussah.

Schottland auf den Spuren von Diana Gabaldon: Outlander-Tour durch die Highlands
Blick aus dem Zug von Garve nach Kyle of Lochalsh.

Von Garve fuhr ich erneut mit dem Zug nach Kyle of Lochalsh, ganz im Westen an der Küste, wo ich die nächste Insel bestaunen konnte: In dem klitzekleinen Ort gibt es nicht viel zu tun, dafür ist das Panorama auf die Insel Skye gigantisch und man kann eine Bootstour machen, um diesem Panorama noch näher zu kommen. Mein Highlight war die Fahrt durch viele vorgelagerte Inseln, auf denen sich Kegelrobben sonnten, denen ich noch nie zuvor so nahe gekommen war. Und auch wenn in „Outlander“ jene Schlüsselstelle, in der es um Inseln und Kegelrobben geht, nicht genau definiert ist, habe ich sie für mich an der magischen Küste vor der Insel Skye gefunden.


Offenlegung & Infos

Visit Britain unterstützte mich bei meiner dreiwöchigen Reise durch Schottland in Form von den Flugtickets, zwei Übernachtungen in Edinburgh und einem Zugticket; den Rest der Reise finanzierte ich mir selbst. Reportagen darüber wurden in der Zeitschrift LISA und im Reiseblog Travelistas veröffentlicht. Ich trat die Recherchereise an, als die erste Staffel von „Outlander“ gerade mal gedreht wurde; meine Tipps beziehen sich daher aufs Buch und nicht auf die Serie.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise & Privatreise / Ortsnennung und Verlinkung)

5 Kommentare

  1. Ich bin so neidisch!! Ich bin auch voll der outlander fan und möchte unbedingt auch mal so eine Reise machen! Danke für den tollen Beitrag!

    • Vielen Dank! Diese Reise war aber auch etwas ganz Besonderes (sicher auch wegen dem Outlander-Hintergrund). Würden dich denn mehr Artikel darüber interessieren?

  2. Silke Dröscher Silke Dröscher

    Hallo Jasmin.
    Wir drei Schwestern fliegen heuer im August nach Schottland. Ich würde mich sehr für deine weiteren Berichte interessieren. 😊 du hast bestimmt gute Tipps für uns.
    Ich würde mich sehr freuen von dir zu zuhören bzw lesen. Außerdem bin ich schon auf weitere interessanten Berichte von dir und deinen Reisen gespannt.
    Glg Silke

    Ps: wie die Zeit vergeht. Wie lang haben wir uns nicht mehr gesehen? 15 Jahre? ?

    • Jasmin Kreulitsch Jasmin Kreulitsch

      Liebe Silke,

      wie cool ist das denn – die drei Schwestern in Schottland! Wann geht es denn los, wie viel Zeit habt ihr und was wollt ihr sehen? Ich habe in Sachen „Outlander“ sehr viel Material, aber natürlich sonst auch viele Tipps. Wenn du magst, dann verrate mir doch eure Ideen/Wünsche und ich verrate euch meine allerbesten Schottland-Ideen! Über Edinburgh habe ich vor Kurzem einen Gastbeitrag in einem anderen Blog geschrieben, der könnte euch vielleicht auch interessieren: https://www.travelistas.info/citytrip/reisetipps-blog-edinburgh-schottland.html.

      Und ja: vermutlich wirklich 15 Jahre her. Wahnsinn!

      Liebe Grüße,
      Jasmin

      • Silke Silke

        Hallo Jasmin,
        Carmen und Alex starten Ende Juli mit dem Auto und sind dann ca. 3 Wochen unterwegs. Martina, Gerhard und ich fliegen am 1. August nach Edinburgh und verbringen dann eine Woche gemeinsam in Schottland. Wie lang wir wo (vorallem Carmen und Alex) sind und was wir alles machen wollen, müssen wir erst genau ausreden. Aber ich denke, wir kommen da auf dich gerne nochmals zurück. 🙂
        Danke für den Link.
        Schönen Tag… und du liest bestimmt wieder von mir ! LG Silke

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