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Italien von seiner schönsten Seite: 7 Ideen, die Amalfiküste zu erkunden

Die Dörfer an der Amalfiküste wirken, als hätte ein findiger Architekt sie akkurat an die schroffen Berghänge über dem türkisblauen Tyrrhenischen Meer angepasst und danach liebevoll mit Pastellfarben gestrichen. Doch was wie eine Bilderbuchkulisse wirkt, ist tatsächlich echt: 7 Ideen, wie eine Reise an die Amalfiküste zum einzigartigen Erlebnis wird.

„Dieser Ort ist der einzige der Welt, der auf der Vertikalen angelegt ist statt auf der Horizontalen.“
Paul Klee

1. „Costiera Amalfitana“: Den schönsten Kurven Italiens entlangcruisen

Die rasanten Biegungen der berühmten „Costiera Amalfitana“ gelten nicht grundlos als schönste Kurven Italiens: Die Straße liegt rund 100 Meter über dem Meer, ist stellenweise in den Fels gearbeitet und schlängelt sich von Kurve zu Kurve über abenteuerliche Serpentinen. Die volle Dosis Amalfiküste spürt man, wenn man sich ein Auto mietet und die komplette „Costiera Amalfitana“ erkundet, die auf 50 Kilometer von Salerno im Osten bis Sorrent im Westen führt. Wer sich das italienische Temperament im Form von übermütigen Rasern und Mopedfahrern nicht antun will, kann das atemberaubende Panorama auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln genießen: SITA-Busse (3-Tages-Ticket ca. € 15) fahren stündlich entlang der Amalfiküste alle Orte ab.
Tipp: Obwohl die Straße in ihrem Verlauf sehr eng ist, gibt es immer wieder Stellen, an denen man stehenbleiben und den Ausblick genießen kann. Unbedingt zwischen Amalfi und Positano die Augen offenhalten: In einer Kurve verbirgt sich ein kleiner Obststand, der besonders bunt und humorvoll dekoriert ist.

2. Amalfi: Die Architektur der Amalfiküste kennenlernen

Bevor der Tourismus die Amalfiküste eroberte, war der namensgebende Ort Amalfi ein kleines Fischerdorf. Heute ist das Städtchen mit ca. 5.000 Einwohnern zwar der größte Ort an der Amalfiküste, aber noch immer weniger überlaufen als Positano, deshalb lohnt es sich, hier abzusteigen und ein Hotel zu buchen. Amalfi selbst ist ein architektonisches Wunderwerk und kompakt in einen Berghang gebaut, sodass der Ortskern in gerade mal 20 Minuten erkundet werden kann. Man spaziert über schiefe Treppen, durch enge Gässchen und verwinkelte Durchgänge und findet an jeder Ecke, um die man biegt, etwas Neues zu entdecken.
Tipp: Authentisches und vor allem preiswertes Essen gibt es bei „Da Barracca“ (Piazza dei Dogi 12) auf dem Piazza dei Dogi. Geheimtipp? Die hausgemachte Cannelloni (€ 9)!

Amalfiküste
Die Bilderbuchkulisse von Amalfi.

3. Ravello: Die Amalfiküste von oben bestaunen

Gerade mal 15 Minuten entfernt von Amalfi liegt 300 Meter über dem Meer der malerische Ort Ravello. Das 2.500-Einwohner-Dorf ist für seine terrassenartig angelegten Gärten bekannt, die schon Richard Wagner inspirierten: Er schrieb den zweiten Akt der Oper „Parsifal“ in Ravello. Das Panorama von hier oben ist atemberaubend, den schönsten Blick hat man vom „Belmond Hotel Caruso“ (Piazza S. Giovanni del Toro 2): Das Luxushotel ist zwar teuer, dafür ist das Dinner auf der Terrasse ein Erlebnis dank der kulinarischen Kreationen und eines umwerfenden Sonnenunterganges.
Tipp: Man kann auch nur einen Sundowner in der zugehörigen Hotelbar trinken. Die Cocktails in der „Loggiato Bar“ gibt es ab ca. € 15 – Panoramablick inklusive. Das Pfirsichmus im Klassiker Bellini wird übrigens frisch püriert!

4. Positano: Shoppen an der Amalfiküste

Der bekannteste Ort an der Amalfiküste ist das malerische Positano: Häuschen in allen Nuancen von Rosa schmiegen sich terrassenartig an die Küste des Tyrrhenischen Meers, während durch die schmalen Straßen und im Hafen die Besucher herumwuseln. Der Ort ist ein Touristenmagnet und immer überfüllt, daher kommt man lieber mit dem Bus; wer dennoch nicht aufs Auto verzichten will, parkt außerhalb des Ortes oder zahlt ordentlich: Parkplätze sind rar und vor allem teuer (direkt im Zentrum ab ca. € 20). Hier findet man die besten Shoppingmöglichkeiten an der Amalfiküste, denn nicht umsonst geht das Label „Made in Positano“ um die Welt. Vor allem Stücke aus Leinen sind hier eine sichere und vor allem hippe Nummer.
Tipp: Nicht überall, wo „Made in Positano“ draufsteht, ist Qualität drin. Daher lohnt es sich, die Etikette an Kleidung genau anzuschauen, um Nachmacher aus Asien auszuschließen. Gute Adressen für Klamotten sind „La Bottega di Brunella“ (Viale Pasitea 72)  und „Antonello della Mura“ (Via del Saracino 36, ), tolle Schuhe findet man bei „Safari“ (Via della Tartana 2) und „3 Denari“ (Via del Saracino 8–10).

5. Amalfi-Zitrone: Die fruchtige Seite der Amalfiküste entdecken

Die Zitrone ist ein zentrales Thema an der Amalfiküste: Die „Sfusato“, wie die berühmte Amalfi-Zitrone heißt, wächst nur hier so üppig und saftig. Das Geheimnis liegt aber nicht nur in der Region, sondern auch im Anbau: Die Früchte werden nicht gespritzt und von Hand gepflückt. Wer die „Sfusato“ in flüssiger Form kosten will, kauft sich an einem der vielen Stände eine selbst gemachte Zitronenlimonade (ca. € 5) oder trinkt nach dem Essen einen Limoncello (ca. € 3), der hier erfunden wurde.
Tipp: Auch als Mitbringsel eignet sich die Amalfi-Zitrone. In dem Delikatessenshop „Anastasio Nicola Sas“ (Via Lorenzo d’Amalfi 32) in Amalfi kauft man neben Limoncello eine ausgezeichnete Zitronenschokolade oder Zitronenseife.

Amalfiküste
Erfrischend an heißen Tagen: selbst gemachte Zitronenlimonade.

6. Paste e pesce: Die Amalfiküste kulinarisch kennenlernen

Pizza und Pasta, Fisch und Meeresfrüchte: Die Küche an der Amalfiküste ist zum einen von einer ausgezeichneten Pizza geprägt – die wurde immerhin im nahen Neapel erfunden -, und zum anderen von regionalen Produkten, zum Beispiel saftigen und leuchtenden Tomaten, die mit Büffelmilch-Mozarella serviert werden. Doch natürlich landet auch vieles, was im Meer schwimmt, auf dem Teller, das ist der Lage direkt am Meer geschuldet.
Tipp: Wer den Trubel und die vollen Lokale im Hafen von Positano scheut, spaziert einfach den Küstenweg ca. zehn Minuten nach oben: Im ruhigen „Hotel Pupetto“ (Via Fornillo 37) gibt es eine idyllische Terrasse, auf der man bei einer toller Aussicht essen kann. Den Nachtisch sollte man sich dann in Amalfi kaufen: Auf dem Piazza Duomo ist die älteste Pasticceria der Amalfiküste: Bei „Andrea Pansa“ (Via Duca Mansone 1), bekommt man die besten Süßspeisen, vor allem das Tiramisu ist berühmt.

7. Capri: Von der Amalfiküste auf die Insel cruisen

Streng genommen gehört die Insel Capri nicht zur Amalfiküste, aber wenn man schon mal vor Ort ist, wäre es schade, das mondäne Eiland nicht zu erkunden. Es dauert nur anderthalb Stunden, bis man die zauberhafte Insel erreicht. Die Schiffe von MetroDelMare legen im Sommer jeweils von Positano und Amalfi ab, die Fahrt kostet ca. € 40/Person und eröffnet einem erneut ein tolles Panorama auf die gesamte Amalfiküste. Auf Capri spaziert man dann am besten hoch nach oben, wo sich in Capri-Stadt eine Luxusboutique an die nächste reiht. Neben der Caprihose ist die Insel vor allem für Sandalen berühmt. Bei „Amedeo Canfora“ (Via Camerelle 3) kaufte sogar Schauspielikone Grace Kelly ein!
Tipp: Ideal für eine Shoppingpause ist das versteckt gelegene Restaurant „Donna Rachele“ (Via Padre Serafino Cimino 2), das für Capri-Verhältnisse günstig ist: Hausgemachte Pasta futtert man hier um etwa € 11. Wer knapp vor der Lunchzeit kommt, kann einen Tisch für zwei auf einem der kleinen Balkone ergattern!

„Positano geht unter die Haut. Es wirkt nicht real, wenn du dort bist, und es wird verlockend real, wenn du gegangen bist“.
John Steinbeck


Offenlegung & Infos

Die Italienischen Zentrale für Tourismus ENIT hat mich eingeladen, an die Amalfiküste zu reisen; im Hotel „Belmond Hotel Caruso“ bekam ich eine Hotelführung und durfte ein Sunset-Dinner genießen. Meine Reportagen wurden in der Zeitschrift miss und im ÖBB-Bahnreiseblog Railaxed veröffentlicht.

(Werbung, unbezahlt / Pressereise / Ortsnennung und Verlinkung)

2 Kommentare

  1. Isolde von Mersi Isolde von Mersi

    Bald ist Ostern, und dafür habe ich noch einen Extra-Tipp: Im Küstendörfchen Minori sind in der Karwoche die Battenti di Minori unterwegs, das ist eine Bruderschaft, die seit dem 14. Jahrhundert existiert, um das Leiden Christi in ausschließlich mündlich überlieferten Gesängen zu beklagen. Die Männer tragen weiße Kutten mit Kapuzen nach der Philosophie, dass vor Gott alle gleich sind. Besonders bewegend und dramatisch ist die Karfreitagsprozession. Da wird im ganzen Dorf der Strom ausgeschaltet. Die Fenster sind mit Kerzen und Fackeln beleuchtet, während die Battenti singend und betend durch die Gassen ziehen.

    • Jasmin Kreulitsch Jasmin Kreulitsch

      Liebe Isolde, es wird Zeit, dass du auch bloggst und dein Reisewissen weitergibst :-). Danke für den Tipp!

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